by Christian Werthschulte

Tim Hecker

Ich weiß nicht, ob es das Gespenst des Hardcore Continuums war, das Scuba dazu bewogen hat, seine Heimatstadt Bristol gegen Berlin einzutauschen. Vielleicht waren es auch einfach nur die günstigen Mieten und seine Liebe für den Berliner Minimal-Sound. Letzteres dürfte er mit Shackleton gemeinsam haben, der gerade auf Perlon ein beklemmendes Dreifach-Vinyl veröffentlicht hat. Zusammen bespielen die beiden am Samstag den Essener Goethebunker und es ist immer interessant zu sehen, wie sich die Ausläufer des Hardcore Continuums in die Körper deutscher Clubgänger einschreiben.

Die Audiodigitale widmet sich dagegen den körperlosen Stimmen von auf Übertragungsmedien gebannten Gespenstern mit einem Lineup aus etablierten Elektromusikern. Der Brite Robin Rimbaud wurde dadurch bekannt, dass er Gespräche aus dem Mobilfunk aufnahm und collagierte, der Kanadier Tim Hecker arbeitet regelmäßig mit dem weißen Rauschen als Stilmittel. Dabei ist eigentlich faszinierend zu sehen, wie jede Musik ihre eigenen Meistertropen des kollektiven Gedächtnisses ausbildet. Im Dubstep ist es der verhallte Garage-Break, auf der Audiodigitale dann vielleicht die Stimme von Konstantin Raudive, die seine Experimente zusammenfasst.